20. 11. 2008
Ausflug mit dem Traditionswagen der RSAG
Frau Krutzke hatte im Oktober ihre Sportgruppen zu einem besonderen Ausflug eingeladen.
Seit 2004 kann das Publikum die verkehrshistorische Ausstellung der RSAG auf dem Gelände des Straßenbahndepots in Marienehe besichtigen. Herr Möller von der RSAG begrüßte uns freundlich, machte seine Ausführungen über Wagen 26 und führte uns dann durch den Ausstellungsraum. In den Schaukästen waren viele Modelle zu bewundern.
Die Erläuterungen waren nicht nur sachlich und ein bisschen technisch, sondern manchmal witzig und mit Anekdoten aufgelockert. Gleich am Anfang des Rundgangs sahen wir einen Fahrschalter mit Bremse aus alten Zeiten sowie einen Quecksilberdampfgleichrichter vom Jahre 1927. Die Entwicklung konnte man in Schaukästen verfolgen. Von Pferdebahnen, Holzgasbussen und Lewawagen ging die Entwicklung weiter zu den heutigen modernen Fahrzeugen. Natürlich durfte der Tradionswagen nicht fehlen.
Nahverkehr früherMan konnte verschiedene Uniformen und Mützen für Fahrer, Schaffner oder Kontrolleure sehen, auch Taschen und Wechsler für Schaffner. Das Kleingeld lag auf einem Sortierbrett und wurde dann gerollt. Auch Fahrkarten der ersten und heutigen Zeit konnte man betrachten und Vergleiche ziehen.
Im Jahre 1881 fuhr die erste Pferdebahn mit den Ehrengästen zum Pferdedepot in die Ottostraße. In der Pferdebahn konnten 26 Personen Platz nehmen, der Fahrer vorne, der Kassierer hinten auf der Plattform. Ab 1903 erfolgte die Umstellung von der Pferdebahn auf den elektrischen Antrieb, so zuckelte die Bahn mit kleiner Geschwindigkeit durch die Stadt. Der Fortschritt nahm seinen Lauf und auch die Bevölkerung nahm zu. 1904 wurde dann offiziell die Einweihung der elektrischen Straßenbahn gefeiert.
TraditionswagenAuch bei den Kraftomnibussen machte sich die Entwicklung bemerkbar. Von 1925 bis 1945 kostete eine Fahrkarte 18 Pfennige. Als sich die Lage nach 1945 wieder stabilisiert hatte, fehlten Arbeitskräfte. Es wurden Frauen zum Schaffner und Fahrer ausgebildet. Dann kamen Zahlboxen in den Triebwagen, und der Fahrgast mußte seinen Fahrschein lösen und entwerten. In dem Anhänger war der Schaffner und verkaufte die Fahrscheine. Später ging es dann über zum schaffnerlosen Fahren. Inzwischen fahren nun ganz moderne Straßenbahnen und Busse durch Rostocks Straßen, wo nicht nur das Fahrpersonal eine Verbesserung spürt, sondern auch die Fahrgäste.
Es war gelungener Nachmittag, für den wir unserem Sportverein herzlichen Dank sagen.
A. Evert

