20. 09. 2011
Mit den Senioren nach Grabow und Dömitz
Bericht über die Busfahrt im September 2011 mit der HSG Uni Rostock
In diesem Jahr waren die Städtchen Grabow und Dömitz das Ausflugsziel. Der Weg war lang und so brachen die Sportfreunde zeitig auf, um dann durch das Mecklenburger Land zu fahren. Zu 10:00 Uhr stellten wir uns bei der Schau(m)manufaktur in Grabow ein, wo wir viel Interessantes über den Ort, die Fabrik, die Herstellung und den Vertrieb erfuhren. Informativ und mit Humor brachte die junge Frau das Wissenswerte unter das "Volk".

1835 gründete der Bäcker Johann Bollhagen seine "Pfeffernuss und Biskuit Fabrik", die damals die bekannten "Pflastersteine" produzierte. Erst 1955 kam der erste "Negerkuss" auf den Markt. 1978 baute man ein größeres Werk, in dem heute noch produziert wird, als "GrabowerSüßwaren GmbH". 1994 vergrößerte man noch einmal. An 8 Produktionsanlagen werden nur Schaumküsse gefertigt, die per LKW das Werk verlassen und in 18 europäischen Ländern angeboten werden. Kekse und Waffeln exportiert man sogar in 54 Länder.
Bei der Frage: Wie viele Schaumküsse täglich das Werk verlassen, lagen wir alle mit unserem Zahlentipp daneben. Es sind 6,5 Millionen!! An den 4 Standorten in Deutschland (Sachsen, Thüringen, Bayern) fanden 650 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz.
Im 2. Teil des Besuches gab es viel Spaß bei der Herstellung der "eigenen Schaumküsschen". Es war gar nicht so einfach, die richtige Form zu erreichen. Doch jeder, der es gewagt hatte, sich daran auszuprobieren, konnte das Produkt seines Bemühens auch mitnehmen und erhielt ein "Zertifikat". Natürlich stand auch ein "preiswertes Angebot" mit der Produktpalette parat, welches von vielen dann auch gekauft wurde. In der freien Zeit sahen sich die Sportfreunde die vielen Fachwerkhäuser, Rathaus und Kirche mit einer "Friese-Orgel" an. Für die Mittagspause mit Würstchen und Kaffee fand sich am Hafen ein ruhiges Plätzchen.
Dann musste das nächste Ziel angesteuert werden. In der Festung Dömitz suchte sich jeder einen Platz im "Pulverkeller", um bei der Einführung die nötigen Informationen zu erhalten. Hier saß man im ältesten Teil der Burganlage (700 Jahre).
Es gab bereits im 13. Jh. ein festes Haus als Rundburg. 1259 wurde Dömitz urkundlich erwähnt. Seit 1372 gehört der Ort zu Mecklenburg und die Festungsanlagen entstanden zur Sicherung der Landesgrenze mit 11 Meter hohen Mauern und einem 20m breiten Wassergraben. Viele Aufgaben hat die Festung im Laufe der Jahrhunderte gehabt. Es waren Wallenstein und Tilly, Ferdinand von Schill und die Lützower Jäger hier. Dömitz war Soldatenstandort und Residenzstadt, die Festung war Stock-, Toll-, und Zuchthaus, später Jugendherberge und ist heute Museum! Eine schlimme Zeit brach nach dem 2. Weltkrieg für die Bevölkerung an, denn Dömitz wurde zum "Grenzbereich" mit vielerlei Sondergenehmigungen, die 1989 ein Ende fand.

1839/40 verbrachte auf der Festung der niederdeutsche Schriftsteller Fritz Reuter den letzten Abschnitt seiner "Festungstied". Im Herbst 1840 kommt er durch Amnestie frei und bringt einige Jahre später seine Erlebnisse zu Papier. Auch in der "Urgeschicht von Meckelnborg" erwähnt er diese landschaftlich schöne Gegend.
Zitat: "As uns Herrgott de Welt erschaffen ded, fung hei bi Meckelnborg an… un wieste siene heiligen Engel, wo't makt warden müsst…. un Michael namm dat Lübthener Amt un Grabow un Däms (Dömitz), äwer't würtd ok dornah."
Von Seiten der Wetterlage hatten wir doch recht viel Glück und landeten, um eine Reihe von Erlebnissen und Informationen reicher, gegen 18:00 Uhr wieder in Rostock. Ein herzliches D a n k e s c h ö n den Organisatoren.
Heidelinde Wulff
